Welcher Wein stand gestern Mittag oder Abend auf Deinem Tisch?

Es waren zwei : ein ganz frischer 2020er Riesling Eisquell von Battenfeld Spanier und im Anschluss ein 2014er Eichberg Spätburgunder GG von Franz Keller.

Dein erster Wein in Deinem (Wein) Leben ? (….der Dir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist)

Ich hatte das Privileg gleich hoch einzusteigen, auf jeden Fall im Hinblick auf die Öchslegrade. Wir waren 17 Jahre alt, als meine heutige Frau Christine und ich im Weinstand in der Frankfurter Freßgass gearbeitet haben. Damals stand als Besonderheit ein 1999er Hattenheimer Schützenhaus Riesling Eiswein auf der Karte. Wir waren froh, dass am letzten Abend noch jemand ein Glas geordert hat und wir eine neue Flasche anbrechen mussten, denn den Rest der 0,375l Flasche durften wir uns auf der Rückbank des Autos während der Heimfahrt gönnen. Damit hatte mich mein Schwiegervater Norbert Barth quasi angefixt und meine Begeisterung für Riesling geweckt. Es liegen sogar noch ein paar Flaschen davon in unserer Schatzkammer…

Was zeichnet die Einzigartigkeit Deines Weinguts aus?

Ich denke es ist immer schöner, wenn das andere erkennen und beschreiben. Was aber bei uns unübersehbar eine große Rolle spielt, ist der Sekt nach traditioneller Methode, insbesondere aus Riesling und von klassifizierten Einzellagen. Dabei ist es uns wichtig alle entscheidenden Prozesse, von den eigenen Bio Weinbergen bis hin zum fertigen Sekt, selbst in der Hand zu haben und diese durchzuführen. Es gibt so viele Punkte, die für eine top Qualität entscheidend sind, dass wir diese nicht anderen überlassen – deshalb heißt es ja auch in unserm Slogan „(…) Sekt ist unser Paradestück.“

Welchen Jahrgang würdest Du für Dein Weingut besonders hervorheben?

2015 für Wein, ein geniales Jahr vom Gutswein bis zur TBA.
2014 für Sekt, mit viel frische – ein Meilenstein für unsere Idee und Entwicklung des Riesling Lagensektes nach dem VDP.SEKT.STATUT
Am meisten freue ich mich aktuell aber über die Weine, die noch in den Fässern liegen. Die Ernte 2020 war so gut und es schmeckt alles sehr vielversprechend.

Was würdest Du jetzt machen bzw. Wo würdest Du jetzt sein, wenn Du nicht Winzer(in) geworden wärst?

Schwer vorzustellen, aber vermutlich hätte ich was mit Business & IT zu tun, denn darin habe ich vor meinem Weinbaustudium bereits diplomiert, mich dann aber doch dem Riesling hingegeben.

Dein Lieblingsrestaurant? Dein Lieblingsferiendomizil? Dein Wohlfühlort im Alltag?

Es gibt so viele tolle Restaurants sodass die Liste sehr lang werden würde. Wo ich mich immer wie zu Hause fühle, ist bei uns im Ort Hattenheim das Weinhaus zum Krug. Aber auch die Adlerwirtschaft und das Kronenschlösschen sind Institutionen und bilden gemeinsam das kulinarische Bermudadreieck. Wenn ich dann noch nach Hause laufen kann, ist es ein Heimspiel!

Wir machen selten Urlaub an ein und demselben Ort, mit Ausnahme dem Skiurlaub im Post Family Resort im Salzburger Land. Das Restaurant und die Weinkarte spielen bei mir immer eine besondere Rolle bei der Auswahl.

Wein Wohlfühlort im Alltag ist immer da, wo ich mit meiner Frau und unseren Töchtern zusammen sein kann, egal ob zu Hause oder irgendeinem anderen Ort.